Schockierende investigative Recherchen der HSI zeigen, wie Füchse auf asiatischen Pelzfarmen lebendig gehäutet werden

Schockierende investigative Recherchen der HSI zeigen, wie Füchse auf asiatischen Pelzfarmen lebendig gehäutet werden

Humane Society International / Germany


Für Pelz, der auch in deutschen Geschäften verkauft werden könnte.

BERLIN/LONDON—Verstörende, entsetzliche Bilder und Videos, veröffentlicht von der Humane Society International (HSI), enthüllen schockierendes Leid tausender Füchse und Marderhunde, die auf Pelzfarmen in Asien einen grausamen und langwierigen Tod sterben müssen. Es ist zu sehen, wie mehrfach auf den Kopf der Füchse eingeschlagen wird, was zu furchtbaren Verletzungen, aber nicht zum sofortigen Tod führt. Einige Tiere werden mit Messern verletzt oder sogar lebendig vollständig gehäutet. Dies resultiert in meterhohen Bergen verwesender Kadaver, die teilweise seit Tagen unter freiem Himmel liegen. “Wie Szenen aus der Hölle”, beschreibt Wildtieraktivist Chris Packham das Bild- und Videomaterial.

Ermittler der Humane Society International (HSI) filmten in elf zufällig ausgewählten Pelzfarmen in einem asiatischen Land, das zu den Hauptpelzproduzenten für Europa gehört. HSI hat sich entschieden, das betroffene Land nicht zu nennen, um die Identität der Ermittler zu schützen.

Erst im Jahr 2019, schloss auch in Deutschland die letzte Pelzfarm. Doch ein grundsätzliches Verbot von Pelzfarmen scheute Deutschland bis zuletzt. Es wurden lediglich die Vorgaben für Haltungsbedingungen verschärft, was zu der Schließung der Pelzfarmen führte.

Viele andere Länder machen vor, wie ein konsequentes Vorgehen gegen die Pelzindustrie aussehen kann. Das Vereinigte Königreich hat als weltweit erstes Land bereits vor fast 20 Jahren die Pelzzucht verboten. Die #FurFreeBritain Kampagne, die Humane Society International/UK anstieß, hat großen Anteil an einem Umdenken in der Bevölkerung. Das Verbot des Pelzhandels On – und Offline könnte nicht mehr weit sein.
2019 war Kalifornien der erste US-Bundesstaat, der ein Pelzverkaufsverbot verabschiedete und im Jahr 2020 haben Hawaii und Rhode Island sowie die Städte Minneapolis, Minnesota und Wellesley, Massachusetts Verbote für Pelzverkäufe eingeführt.

Jeder Designer, der Pelz auf den Laufsteg bringt, jeder Händler, der Pelz in die Regale legt, und jeder Verbraucher, der Pelz in seinen Kleiderschrank hängt, trägt dazu bei, dass das schändliche Elend auf den Pelzfarmen weiter besteht. Diese Spirale muss gestoppt werden und Pelzverkäufe und Pelzfarmen müssen in Deutschland, in der EU und weltweit verboten werden.

Sylvie Kremerskothen Gleason, Landesdirektorin Deutschland, HSI Europa: “Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit Pelz in Deutschland immer noch in den Schaufenstern zu sehen ist und Menschen völlig unreflektiert Pelz zur Schau tragen. Designer und Einzelhändler müssen vorangehen und Pelz verbannen! Es ist Zeit für ein #FurFreeGermany. Neben dem Leid der Tiere ist außerdem zu sehen, dass mit der Massentierhaltung auf Pelzfarmen ein erhebliches globales Gesundheitsrisiko verbunden ist. Dies zeigen auch die jüngsten SARS-CoV-2 Fälle auf Nerzfarmen in den Niederlanden.”

Leona Lewis unterstützt die #FurFreeBritain Kampagne und HSI: “Ich liebe alle Tiere und glaube, dass sie mit Liebe, Güte und Respekt behandelt werden sollten. Als Tierfreund würde ich nie Pelz tragen.” So auch Dame Judi Dench: “Ich bin stolz darauf, dass das Vereinigte Königreich das erste Land der Welt war, das die Pelzzucht verboten hat, und ich hoffe, dass wir das erste Land der Welt sein werden, das den Handel mit Pelz verbietet. Pelzzucht ist grausam und unnötig.”

Tierleid, das durch die HSI Recherchen aufgedeckt wurde:

  • Füchse werden durch Kopfschläge mit Metallstangen schwer verletzt und verenden qualvoll.
  • Tiere werden lebendig gehäutet und sterben einen unglaublich qualvollen und langwierigen Tod. Dies geschieht vor ihren Leidensgenossen.
  • Wildtiere–Füchse und Marderhunde–in miserablen Haltungsbedingungen.
  • Käfige so klein, dass sich viele Tiere kaum mehr als ein paar Zentimeter bewegen können.
  • Drahtkäfige, ohne jegliches Beschäftigungsmaterial.
  • Keinerlei Einstreu, die Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf Drahtgittern.
  • Haufen stinkender Fäkalien im Käfig und auf den Böden; schmutzige und leere Wasserschalen.
  • Schwere Verhaltensauffälligkeiten durch Vernachlässigung und Qualbedingungen.
  • Keinerlei tierärztliche Versorgung. Die Ermittler von HSI haben bei keinem ihrer Einsätze tiermedizinisches Personal gesehen.

Facts:

Mehr als 100 Millionen Tiere werden jedes Jahr weltweit für ihr Fell getötet, darunter Nerz, Fuchs, Marderhund, Chinchilla, Kaninchen und Kojote – das entspricht drei Tieren, die pro Sekunde sterben, nur für ihr Fell.

Auf Pelzfarmen verbringen Tiere ihr ganzes Leben in winzigen Drahtbatteriekäfigen. Füchse werden in der Regel in Käfigen gehalten, die nur einen Quadratmeter groß sind, tausendmal kleiner als ihre Territorien in freier Wildbahn. Das wäre, wie eine Person ihr ganzes Leben in einem Aufzug einzusperren.

Füchse und Marderhunde können sich mit SARS-CoV-bezogenen Viren anstecken und haben das Potenzial, als Zwischenwirte zu fungieren, um Viren an den Menschen weiterzugeben. Marderhunde und Füchse wurden bereits auf Wildtiermärkten in China mit SARS-CoV infiziert.

HSI fordert die Regierungen auf, den Konsum und den Handel mit Wildtieren vollständig zu verbieten, um das Risiko einer weiteren Pandemie zu verringern. Chinas Vorschlag, ein Verbot für den Konsum und den Handel von Wildtieren einzuführen, ermöglicht derzeit weiterhin die Zucht und Schlachtung von pelztragenden Arten – Nerze, Marderhunde und Füchse. Dies ist inakzeptabel.

Pelzindustrien gehören zu den größten Umweltsündern. Pelz fordert im Vergleich zu anderen Textilien einen erheblichen Tribut in Bezug auf die C02-Emissionen. Krebserregende Chemikalien wie Chrom und Formaldehyd, landen in den Flüssen und Seen und vergiften ganze Landstriche für Jahrzehnte.

ENDE

Medienkontakt:
Sylvie Kremerskothen Gleason
Landesdirektorin Deutschland, HSI/Europa
sgleason@hsi.org

Hilf uns Tiere zu schützen