Virtueller Löwe schließt sich afrikanischen Elefanten und Spitzmaulnashörnern an und fordert die EU-Kommission auf, die Einfuhr von Trophäen vom Aussterben bedrohter Arten zu stoppen.

Humane Society International / Europe


HSI

BERLIN—Am heutigen Internationalen Tag der bedrohten Tierarten lanciert Humane Society International/Europe im Rahmen ihrer #NotInMyWorld-Kampagne für ein Importverbort von Jagdtrophäen ein neues Bild, das eine afrikanische Löwentrophäe zeigt, die für den Versand verpackt worden ist.

Die Kampagne #NotInMyWorld zeigt die Rolle Deutschlands, als größter Importeur von Jagdtrophäen in der EU, und wie dies zum Rückgang bedrohter Arten beiträgt. Der Löwe steht neben dem afrikanischen Elefanten und dem Spitzmaulnashorn stellvertretend für all die bedrohten und gefährdeten Tierarten, die von Trophäenjägern zum Spaß und für Prestige getötet werden. Anlässlich des Internationalen Tages der bedrohten Tierarten setzt sich HSI/Europe weiter dafür ein, dass Deutschland nicht länger zum grausamen und sinnlosen Töten gefährdeter Wildtiere beiträgt und fordert ein Importverbot von Jagdtrophäen geschützter Tierarten.

Hunderttausende von Wildtieren, darunter auch gefährdete oder bedrohte Arten, werden jedes Jahr weltweit von Trophäenjägern erlegt. Deutschland ist der größte Importeur von Jagdtrophäen in der EU, weit vor Spanien. Mehr als 5.400 Trophäen international geschützter Tiere wurden zwischen 2014 und 2020 nach Deutschland importiert. Meinungsumfragen zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der Befragten in Deutschland die Trophäenjagd eindeutig ablehnt und ein Importverbot für Jagdtrophäen fordert.

Joanna Swabe, Ph.D., leitende direktorin für öffentliche angelegenheiten bei HSI/Europa, sagt: “Das Töten der größten oder stärksten Tiere, die eine wichtige ökologische Rolle für die genetische Vielfalt und Widerstandsfähigkeit spielen, gefährdet den Artenschutz, zerstört die sozialen Herdenstrukturen und schwächt die Genpools von Wildtierpopulationen, die bereits einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt sind. Das Argument des Artenschutzes ist ein Scheinargument derjenigen, die zum Vergnügen und für geschmacklose Selfies Tiere töten. Da so viel auf dem Spiel steht und die große Mehrheit der Bürger das Töten von Tieren ablehnt, ist es an der Zeit, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten die Einfuhr von Trophäen verbieten.”

Die Kampagne #NotInMyWorld hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu stärken und hat Millionen von Menschen in der EU erreicht. Unterstützer der Kampagne können die neuen Instagram-Filter und animierten 3D-Bilder von verpackten Elefanten-, Nashorn- und Löwentrophäen in den sozialen Medien teilen, um die Regierungen aufzufordern, sich dem Kampf zur Rettung dieser bedrohten Arten anzuschließen, bevor sie für immer verschwinden.

Die Öffentlichkeit war empört über die jüngste Nachricht von der Tötung zweier der größten Elefanten Botswanas, und Regierungen und Institutionen nehmen das Problem der Trophäenjagd zur Kenntnis und widmen ihm die Aufmerksamkeit, die es verdient:

  • Im April hat der Gerichtshof von Western Cape in Südafrika nach einer Klage von HSI/Africa eine vorübergehende Aussetzung der relevanten Jagdquoten beschlossen und damit die vom Amt für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt (DFFE) beschlossenen Quoten für die Jagd und den Export von Leoparden, Spitzmaulnashörnern und Elefanten ausgehebelt.
  • Die Ethics Specialist Group der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die deutsche Regierung aufgefordert, die Einfuhr von Jagdtrophäen aus ethischen, ökologischen und rechtlichen Gründen zu beenden. Daraufhin kündigte Umweltministerin Steffi Lemke an, die Einfuhr von Jagdtrophäen geschützter Tierarten nach Deutschland einschränken zu wollen.
  • Das belgische föderale Parlament verabschiedete einstimmig eine Resolution, in der die Regierung aufgefordert wird, unverzüglich keine Einfuhrgenehmigungen für Trophäen von Arten mehr zu erteilen, die durch bestimmte internationale Handelsbestimmungen geschützt sind.
  • Auf Initiative von HSI in Italien wurde ein Gesetzentwurf zum Verbot der Ein- und Ausfuhr von Jagdtrophäen geschützter Arten – der erste seiner Art in Italien – in der Abgeordnetenkammer in Rom vorgestellt.
  • Die Spanische Parlamentarische Vereinigung zur Verteidigung der Rechte der Tiere hat einen Entschließungsantrag zum Verbot der Ein- und Ausfuhr von Jagdtrophäen geschützter Arten, die in den Anhängen A und B der Wildlife Trade Regulations aufgeführt sind, vorgelegt.
  • Das Vereinigte Königreich hat sich zu einer der weltweit strengsten Maßnahmen verpflichtet, die die Einfuhr von Jagdtrophäen von über 7.000 geschützten Arten verbietet.

Die Niederlande und Frankreich waren die Vorreiter dieses Paradigmenwechsels in Europa. Im Jahr 2015 hat Frankreich ein Verbot der Einfuhr von Löwentrophäen erlassen. Im selben Jahr beschloss die niederländische Regierung ein Einfuhrverbot für Trophäen von über 200 Arten, das 2016 in Kraft trat.

Auch wenn die Maßnahmen der Mitgliedstaaten für die Erreichung dieser politischen Ziele von entscheidender Bedeutung sind, fordert HSI/Europe die EU-Kommission auf, Verantwortung zu übernehmen und eine führende Rolle zu spielen, indem sie ein einheitliches Konzept zur Beschränkung der Einfuhr von Trophäen vom Aussterben bedrohter Arten in die EU einführt.

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Pressekontakt:Eva-Maria Heinen, communications & PR managerin Deutschland: presse@hsi-europe.org; 0160 94491788

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